Kurz zu mir: selbstständig ja – aber in einer anderen Welt
Selbstständig bin ich in einer anderen Branche als der Fahrzeugaufbereitung. Meine Brötchen verdiene ich seit 10 Jahren mit meiner Designagentur ruhrtypen. und helfe Firmen bei der Entwicklung von Werbemitteln, Homepages, Logos etc.
Ich kann dir hier keine perfekte „So gründest du eine Fahrzeugaufbereitung“-Bibel aus Profi-Sicht hinlegen. Den Plan habe ich nicht. In der Fahrzeugpflege habe ich im Hobbybereich aber schon über 20 Jahre Erfahrung sammeln können.
Was ich aber kann: Ich kann das Thema als fiktive Gründung sauber durchdenken, verständlich erklären und meine Erfahrungen aus echter Selbstständigkeit einfließen lassen.
Was du von der Reihe erwarten kannst (und was nicht)
Ich werde versuchen, die fiktive Gründung einfach und verständlich zu erklären. Nicht als Fachbuch, sondern so, dass du es nachvollziehen und ggf. auf dich übertragen kannst.
Was du nicht erwarten solltest: Dass ich hier so tue, als hätte ich schon 20 Jahre eine Aufbereitung laufen und wüsste alles besser. Diese Reihe ist eher: „Ich denke laut – und ich rechne es mir logisch zusammen.“
Und da kommt der Punkt, der mir wichtig ist: Ich hoffe auf Austausch. Gerade von Leuten, die sich wirklich als Fahrzeugaufbereiter selbstständig gemacht haben. Wenn du also aus der Praxis kommst und bei meinen Überlegungen denkst „Junge, das ist so nicht“ oder „genau so hab ich’s gemacht“ – dann ist das hier ausdrücklich erwünscht.
Selbstständig als Fahrzeugaufbereiter: der fiktive Plan
Ich will mich also selbstständig machen und muss nun planen, wie ich das anstelle. In meiner Planung sind folgende drei Bausteine angedacht:
- Klassische Full-Service-Fahrzeugaufbereitung in einer Halle
- Mobile Fahrzeugaufbereitung in Autohäusern
- Wohnmobil- und Wohnwagenaufbereitung als Alleinstellungsmerkmal
Das sind meine drei Basics, die ich durchplanen werde. Es kann natürlich sein, dass ich während der Planung noch einmal alles über den Haufen werfe, weil ich merke, dass der Plan nicht aufgeht.
Da ich aus dem Ruhrgebiet komme, werde ich meine Planung fiktiv auch dort stattfinden lassen. Bochum ist dabei nur die Beispielstadt, damit ich später nicht immer in der Luft hänge, wenn es um Miete, Wege oder Zielgruppe geht. Du kannst das am Ende auch auf Essen, Dortmund oder Duisburg übertragen. Mir geht es um die Logik dahinter.
Erste Ideen, bevor es richtig in die Planung geht
Ich weiß, viele starten entweder nur stationär oder nur mobil. Ich würde im Gedankenexperiment aber die Kombination wählen, weil sie mir mehr Sicherheit gibt.
- Stationär stelle ich mir planbarer vor: fester Ort, kontrollierte Bedingungen, klare Abläufe.
- Mobil sehe ich als sinnvolle Ergänzung, weil du damit Zeiten nutzen kannst, in denen die Halle gerade nicht voll ist.
Und hier kommt direkt meine „Laien-Frage“, wo ich gerne Praxisfeedback hätte: Wie realistisch ist es, beide Schienen am Anfang sauber parallel zu fahren, ohne dass du dich komplett verzettelst? Genau solche Punkte will ich in der Reihe Schritt für Schritt klären.
Warum will ich Wohnmobil-/Wohnwagenaufbereitung anbieten?
Aktuell veröffentliche ich hier Artikel über die Wohnmobilpflege und fand es deshalb spannend, dieses Thema auch mit in meine Planung aufzunehmen. Natürlich bedeutet Wohnmobilaufbereitung, dass man die Halle an die Gegebenheiten anpassen muss – also höhere Decken, ein großes Einfahrtstor etc. Das kann aber auch ein starkes Alleinstellungsmerkmal sein.
Zudem kann man für eine komplette Wohnwagen- oder Wohnmobilaufbereitung deutlich mehr verlangen als für eine klassische Handwäsche beim Auto.
Ob das am Ende wirklich der große Umsatzhebel wird oder „nur“ ein starkes Zusatzgeschäft, kann ich jetzt noch nicht seriös behaupten. Ich finde die Idee aber gut genug, um sie von Anfang an mitzudenken und später sauber durchzurechnen.
Minijob-Hilfe: nicht als Luxus, sondern als Puffer
Ich würde in der Planung eine Hilfskraft auf Minijob-Basis vorsehen. Nicht nach dem Motto „Ich will sofort Mitarbeiter haben“, sondern als Puffer, wenn’s eng wird. Gerade am Anfang kann das einen Unterschied machen: ob du Termine halten kannst oder ob du irgendwann anfängst, dich selbst zu hassen, weil alles zu viel wird.
Auch hier: Wenn du Erfahrung hast – ab wann lohnt sich Hilfe wirklich? Und wofür nutzt man sie am sinnvollsten? Genau solche Fragen will ich im Verlauf der Reihe beantworten.
Real Talk: Am Anfang ist nicht gemütlich
Ich kann aus eigener Erfahrung sprechen, wenn ich sage, dass am Anfang der Selbstständigkeit nicht viel Luft für Freizeit ist und dass es verdammt hart sein kann. Ich würde in meinem Gedankenexperiment ganz klar so rechnen und planen, dass am Anfang viel Zeit reingeht: Leistung abliefern, Orga machen, sichtbar werden – alles parallel.
Das soll keine Abschreckung sein. Ich finde nur: Wer so tut, als wäre das „easy nebenbei“, erzählt Märchen.
Fazit: fiktiv gedacht – und genau deshalb offen für Praxisinput
Teil 1 ist bewusst nur das Fundament: Halle + mobil + Wohnmobile als Extra-Thema, lokal im Ruhrgebiet. Mehr noch nicht.
Im nächsten Teil wird es konkreter: Wie ich in diesem Gedankenexperiment eine passende Halle suchen würde und welche Fragen ich mir dabei stellen würde.
Und nochmal: Wenn du dich als Fahrzeugaufbereiter selbstständig gemacht hast, freue ich mich über deine Erfahrungen. Gerade bei den Punkten „Halle vs. mobil“, „Wohnmobile ja/nein“ und „ab wann Hilfe“ kann Praxiswissen Gold wert sein.
Gratis Freebie
Am Ende meiner Artikelreihe, stelle ich euch kostenlos alle Planungen und Kalkulationen in Form einer Excel Datei zur Verfügung. So könnt ihr das ganze auch mal für euch durchplanen.
Community
- Wenn du selbst als Aufbereiter gegründet hast: Was war bei dir der größte Aha-Moment im ersten Jahr?
- Würdest du eher zuerst mit Halle starten oder erst mobil loslegen?
- Wohnmobile in der Halle: cleveres Alleinstellungsmerkmal oder unnötige Baustelle am Anfang?


