What if: Fahrzeugaufbereitung Halle mieten – Teil 02

Inhaltsverzeichnis

Erst wenn du eine Halle suchst, wird aus „Idee“ plötzlich „Projekt“

Wenn ich dieses What-if-Szenario wirklich durchspiele, gibt es einen Moment, an dem aus „klingt spannend“ plötzlich „okay, jetzt wird’s ernst“. Das ist nicht die Logo-Idee, nicht die Preisliste und auch nicht der erste Instagram-Post. Das ist der Punkt, an dem du eine Halle suchst.

Bis dahin kannst du im Kopf planen, Angebote vergleichen und dir ein Setup zusammenklicken. Aber sobald du anfängst, echte Hallen anzusehen, merkst du schnell: Jetzt musst du Entscheidungen treffen, die dich jeden Monat Geld kosten. Und noch wichtiger: Entscheidungen, die deinen Alltag bestimmen. Licht, Platz, Ablauf, Rangieren, Trockenbau, Abwasser, Außenwirkung. Das sind keine Nebenthemen, das ist die Grundlage.

Ich würde deshalb nicht „irgendeine Halle“ nehmen, nur weil sie gerade frei ist oder weil sie günstig wirkt. Die Hallensuche wäre für mich einer der wichtigsten Bausteine in der gesamten Planung, weil hier ganz viele Dinge zusammenlaufen: Effizienz, Qualität, Zeit, Sicherheit, Vertrauen beim Kunden und natürlich Fixkosten, die jeden Monat fällig sind, egal ob du gerade zehn Aufträge hast oder zwei.

In meinem Plan ist die Halle außerdem nicht nur stationäre Basis, sondern auch der Ort, an dem ich mich klar positionieren kann. Privatkunden sauber abarbeiten, mobil Leerlaufzeiten sinnvoll füllen, und das Thema Wohnmobile/Wohnwagen so anbieten, dass es nicht nach „mach ich auch irgendwie“ aussieht, sondern nach „dafür bin ich eingerichtet“.

Bochum/Ruhrgebiet als Beispiel: Gewerbegebiet ja, aber nicht am Ende der Welt

Ich plane das Ganze im Ruhrgebiet, Bochum ist dabei nur die Beispielstadt. Nicht, weil es nur dort funktioniert, sondern weil man mit einer festen Region realistischer denken kann: Anfahrt, Wege, Zielgruppe, Gewerbemieten.

Ich würde im Gewerbegebiet suchen, weil die Rahmenbedingungen im Alltag oft besser sind. Die Zufahrt ist meist entspannter, Parken wird machbarer und du hast weniger Stress mit Nachbarn, wenn du früh anfängst, mal länger machst oder Lieferungen bekommst. Außerdem wirkt es für viele Kunden einfach plausibel, dass eine Aufbereitung nicht in einer Wohnstraße sitzt, sondern da, wo gearbeitet wird.

Aber: Gewerbegebiet heißt nicht automatisch gut. Ich würde eher eine Halle nehmen, die gut erreichbar ist, als eine, die 200 Euro günstiger ist, aber so liegt, dass jeder Kunde beim ersten Besuch schlechte Laune bekommt. Und die Außenwirkung zählt mehr, als viele denken. Wenn der Kunde über eine Schotterpiste zu einer alten Halle fährt, die aussieht wie „hier wird sonst alles gelagert außer saubere Autos“, dann hast du direkt einen Vertrauensnachteil. Sauberkeit beginnt nicht erst am Lack, sondern beim ersten Eindruck.

Mieten statt kaufen: warum ich das am Anfang so machen würde

Ich würde am Anfang mieten. Nicht, weil Kaufen grundsätzlich schlecht ist, sondern weil du am Anfang flexibel bleiben willst. Kaufen bedeutet eine große Investition, meist Kreditdruck, und du bindest dich an einen Standort, bevor du weißt, ob dein Setup wirklich so funktioniert, wie du es dir vorstellst.

Wenn sich nach ein paar Monaten herausstellt, dass du anders arbeiten musst, andere Kunden bekommst oder dein Angebot anders läuft als gedacht, bist du beim Mieten beweglicher. Ich würde lieber erstmal testen, ob das Setup funktioniert, bevor ich mich langfristig festlege. lieber erstmal testen, ob das Setup funktioniert, bevor ich mich langfristig festlege.

Maße der Halle: so würde ich es für den Start ungefähr anpeilen

Damit das Ganze nicht abstrakt bleibt (und du deine Skizze sauber aufbauen kannst), hier meine grobe Wunschgröße:

  • Grundfläche: ca. 180–240 m²
  • Breite: ca. 10–12 m
  • Tiefe/Länge: ca. 18–22 m
  • Deckenhöhe: ca. 6 m (wegen Wohnmobil-/Wohnwagen-Thema)
  • Torhöhe: ideal 4,2–4,5 m, Minimum 4,0 m
  • Torbreite: ca. 3,5–4,0 m

Mit dieser Größenordnung bekommst du echte Arbeitsplätze hin, kannst Technik/Büro clever lösen und hast Luft für Lager und Laufwege, ohne dass es sich wie Tetris anfühlt.

Hallenaufbau: Zonen statt Chaos

Ich würde die Halle nicht „irgendwie“ einrichten, sondern als Ablauf planen. Jede Minute, die du später suchst, umräumst oder improvisierst, frisst Marge. Deshalb denke ich in klaren Bereichen: nass, trocken und ein Kern für alles, was Ordnung reinbringt.

Nassbereich: zwei Waschplätze

Ich würde zwei Waschplätze vorsehen, weil sich das im Alltag auszahlt. Einer der Plätze ist wohnmobiltauglich gedacht.

Hier passiert alles, was Wasser und Dreck bedeutet: Vorwäsche, Handwäsche, Felgen, Radkästen, grobe Verschmutzungen. Wichtig ist mir nicht perfekt, sondern funktional. Der Boden muss das abkönnen, Wasser und Abwasser müssen sinnvoll gelöst sein und die wichtigsten Utensilien müssen greifbar sein, damit du nicht ständig improvisierst.

Für den Wohnmobil-Waschplatz würde ich ein Podest einplanen, damit ich höhere Stellen kontrolliert und sicher erreiche. Den Raum unter dem Podest würde ich als Stauraum nutzen, damit sich Pflegematerial nicht verdoppelt und nicht überall rumliegt. Das spart Platz, hält Ordnung und beschleunigt Abläufe.

Trockenbereich: Polierplatz plus Innenraum/Finish

Der Trockenbereich ist für alles, was Ruhe und Kontrolle braucht: Polieren, Finish, Versiegelung, Innenraum-Endkontrolle und der letzte Check vor der Übergabe.

Damit der Trockenbereich nicht zur Feuchtigkeits- und Staubfalle wird, würde ich nass und trocken in der Halle konsequent trennen. Im Start würde ich das mit einem großen Vorhang lösen. Das ist günstiger als eine feste Wand und funktioniert trotzdem gut, weil man parallel arbeiten kann: vorne waschen, hinten innen reinigen oder polieren, ohne dass du dir alles wieder nass ziehst.

Beim Polierplatz würde ich direkt ein Lichtkonzept einplanen, idealerweise einen Lichttunnel. Licht ist beim Polieren kein Luxus, sondern Qualitätssicherung. Wenn du Defekte nicht siehst, polierst du im Blindflug. Das rächt sich entweder im Ergebnis oder in der Zeit, die du nachher in Korrekturen steckst.

Trockenbau: Technikraum, Mini-WC und Büro als Galerie

Viele Hallen sind am Anfang einfach nur Tor, Beton, fertig. Wenn du aber effizient arbeiten willst, brauchst du Struktur. Deshalb würde ich Trockenbau von Anfang an einplanen, nicht als „später mal“.

EG: Technik und Lager plus Mini-WC

Unten würde ich einen Kern bauen, der alles bündelt, was sonst Chaos erzeugt. Ein Technikbereich für Dinge wie Kompressor, mögliche Filtertechnik oder einfach das, was nicht offen rumstehen soll. Dazu ein Lagerbereich mit Regalen, sauber abgetrennt, damit nicht jeder Kunde auf Chemiekanister und Microfaserberge guckt.

Dazu kommt ein sehr kleines WC. Funktional, leicht zu reinigen, fertig. Und wenn es vom Platz her geht, würde ich Waschmaschine und Trockner direkt mit in diesen Kern ziehen. Mikrofasern, Pads, Tücher, Innenraumlappen – wenn du das ernsthaft machst, ist das Thema Wäsche kein Nebenschauplatz, sondern tägliche Routine. Wenn du das nicht im Griff hast, leidet am Ende deine Qualität.

1. OG/Galerie: Büro mit zwei Schreibtischen

Durch die 6 m Deckenhöhe würde ich Büro und Technik übereinander lösen. Oben ein kleines Büro mit zwei Schreibtischen, Ablage, Drucker und allem, was du für Angebote, Rechnungen, Planung und Kundenkommunikation brauchst. Unten bleibt die Fläche frei für die Arbeit.

Wichtig ist hier: Eine Galerie ist keine Deko. Da hängen Themen wie Tragkonstruktion, Treppe, Geländer und je nach Objekt auch Auflagen dran. Genau deshalb gehört es in die Planung, bevor man unterschreibt. Sonst kann es passieren, dass du die perfekte Halle findest, aber dein Innenausbau-Konzept dort gar nicht umgesetzt werden darf oder deutlich teurer wird als gedacht.

Außenfläche: zwei überdachte Stellplätze als Puffer

Neben der Halle würde ich zwei Stellplätze einplanen, die mit Markisen gegen Regen geschützt sind. Diese Plätze sind keine klassischen Kundenparkplätze, sondern Pufferfläche für fertige Fahrzeuge.

Der Sinn ist simpel: Wenn ein Auto fertig ist, muss es nicht einen der Arbeitsplätze blockieren. Du kannst es sauber rausstellen, der Kunde kann entspannt abholen und drinnen läuft schon der nächste Auftrag. Im Alltag macht das einen riesigen Unterschied, weil Übergaben entspannter werden, du weniger Stau in der Halle hast und Jobs wirklich abschließen kannst, auch wenn der Kunde erst später kommt.

Fahrzeugaufbereitung Halle mieten Skizze / Planung

Auf der Skizze würde ich die Halle genau so aufbauen, wie ich es mir für einen sauberen Arbeitsalltag wünsche. Links würde ich meinen Trockenbereich mit Polierzone und Lichttunnel platzieren, weil ich dort Ruhe brauche und nicht ständig mit Sprühnebel oder Feuchtigkeit kämpfen will.

Rechts würde ich zwei Waschplätze einplanen, wobei ich den oberen bewusst für Wohnmobile auslegen würde. Damit ich bei Campern auch an Dach und hohe Seiten komme, würde ich dort ein Podest vorsehen. Das könnte gleichzeitig Stauraum für Material sein, damit nicht alles irgendwo rumfliegt.

Zwischen Nass- und Trockenbereich würde ich einen Trennvorhang einsetzen, damit ich parallel arbeiten könnte. Vorne wird gewaschen, während hinten schon poliert oder der Innenraum fertig gemacht wird, ohne dass sich die Bereiche gegenseitig stören.

Technik und Lager sowie ein kleines WC würde ich kompakt im Erdgeschoss bündeln. So sitzt alles, was Ordnung und Betrieb betrifft, an einem Punkt und nicht verteilt über die ganze Halle.

Durch die Hallenhöhe würde ich das Büro ins 1. OG packen, damit ich mir unten wertvolle Arbeitsfläche freihalte. Oben hätte ich Ruhe für Orga, Angebote, Rechnungen und Terminplanung, ohne mitten im Arbeitsbereich zu sitzen.

Und draußen würde ich zwei überdachte Stellplätze einplanen, damit fertige Kundenfahrzeuge wettergeschützt warten können, ohne mir einen Arbeitsplatz in der Halle zu blockieren.

Was ich bei der Besichtigung sofort abklopfen würde

  • Ich würde keine Halle anhand von Fotos mieten. Ich würde hinfahren, mir alles anschauen und gezielt die Punkte prüfen, die später Stress machen.
  • Beim Waschplatz ist das Thema Wasser und Abwasser entscheidend. „Wasseranschluss vorhanden“ reicht nicht. Ich will wissen, wie Abwasser gelöst ist, ob das Ganze praktikabel ist und ob das Konzept wirklich sauber funktioniert.
  • Beim Strom geht es um Absicherung und Alltagstauglichkeit. Poliermaschinen, Sauger, Licht, Kompressor und vielleicht noch Waschmaschine und Trockner, das summiert sich. Ich will keine Dauer-Sicherungsorgie, sondern eine Basis, die das abkann.
  • Beim Licht schaue ich nicht nur, ob es hell ist, sondern ob ich Defektlicht und ein ordentliches Konzept sinnvoll nachrüsten kann. Wenn die Halle so dunkel ist, dass du später gigantische Aufwände betreiben musst, wird’s teuer.
  • Beim Boden ist die Frage: Kann ich hier täglich arbeiten, ohne dass es mich nervt? Reinigung, Rutschgefahr, Gefälle, Zustand, all das entscheidet darüber, ob es später läuft oder ob du dich jeden Tag ärgerst.
  • Bei der Zufahrt geht’s nicht nur um „passt rein“, sondern um Stressfaktor. Ein Camper muss rein und raus gehen, ohne dass du jedes Mal fünf Minuten rangierst. Ein Transporter muss mal ran, Außenfläche muss nutzbar sein.
  • Und beim Trockenbau ist für mich die wichtigste Frage: Darf ich das überhaupt so umsetzen? Darf ich Wände ziehen? Darf ich eine Galerie bauen? Wer trägt Rückbaukosten beim Auszug? Das kläre ich, bevor ich unterschreibe. Alles andere wäre Glücksspiel.

Fazit: Die Halle ist nicht „ein Raum“, sondern dein täglicher Mitspieler

Wenn ich im Ruhrgebiet eine Halle mieten würde, würde ich vor allem auf Alltagstauglichkeit achten. Klare Zonen, gute Abläufe, sinnvolle Nebenflächen und ein Setup, das Wohnmobile wirklich erlaubt.

Mit ca. 180–240 m², 6 m Deckenhöhe, zwei Waschplätzen (inkl. Camperplatz mit Podest), einem Trockenbereich mit Lichtkonzept, einem Trockenbau-Kern (Technik, Lager, WC, Wäsche), einem Galerie-Büro und zwei überdachten Puffer-Stellplätzen hätte ich ein System, das im Alltag funktioniert und nicht nur auf dem Papier gut klingt.

Community

Mit wie viel Quadratmetern bist du gestartet und würdest du’s heute wieder so machen?
Trockenbau plus WC plus kleines Büro: Was hat euch das grob gekostet (Größenordnung reicht)?
Waschplatz in der Halle: Must-have oder reicht „in der Nähe“?

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