Warum ich mobil + Halle kombinieren würde
Meine Logik dahinter bleibt die gleiche: Die Halle ist mein Qualitäts- und Privatkunden-Kern, mobil ist die Ergänzung, um Leerlaufzeiten sinnvoll zu nutzen.
Wichtig ist dabei der Satz, den ich mir wie ein Schild über den Kalender hängen würde:
Mobil darf die Halle nicht kaputtmachen.
Wenn ich in der Halle Termine habe, dann haben die Priorität. Mobil würde ich entweder in feste Zeitfenster packen oder in Tage, an denen die Halle bewusst weniger dicht geplant ist.
Welche B2B-Kunden ich mir aussuchen würde
Ich würde nicht jedes Autohaus nehmen, das „mal eben schnell“ anfragt. Ich würde mir lieber 2–3 Partner suchen, die regelmäßig Volumen bringen und mit denen man vernünftig arbeiten kann.
Autohäuser
Hier sehe ich zwei Hauptfälle:
- Verkaufsaufbereitung: Autos sollen für Fotos/Showroom/Übergabe gut aussehen
- Rückläufer/Leasing: Fahrzeuge müssen verkaufsfertig gemacht werden
Autohäuser sind für mich spannend, weil sie regelmäßig Bedarf haben. Aber nur, wenn es planbar wird.
Fuhrparks
Fuhrparks sind anders: Da geht’s weniger um Showcar, mehr um „ordentlich, hygienisch, repräsentativ“. Vorteil: oft wiederkehrend. Nachteil: Preisfokus und manchmal wenig Verständnis für Aufwand.
Ich würde Fuhrparks nur nehmen, wenn klar ist:
- wie viele Fahrzeuge
- wie oft
- welche Standards
- wie läuft Übergabe/Schlüssel
- wie läuft Abrechnung
Mein mobiles Setup: so simpel wie möglich, so zuverlässig wie nötig
Ich würde am Anfang bewusst kein zweites Equipment-Set kaufen. Mobil und Halle teilen sich das Grund-Equipment, und ich packe mobil nur das ein, was ich wirklich brauche.
Transporter (günstig, funktional)
Der Transporter ist in meiner Planung ein günstiger, einfacher Kastenwagen, den ich auch privat nutze. Ich brauche kein Branding-Monster, ich brauche einen zuverlässigen Lastesel.
Ich würde den Ausbau minimal halten:
- Regalsystem oder Eurobox-System
- Kanisterhalter
- Stromthema sauber gelöst (Akkus + ggf. Kabeltrommel)
- Wasserlösung (Kanister), wenn vor Ort kein Wasser passt
Wichtig: Mobil muss schnell startklar sein. Wenn du jedes Mal 45 Minuten packst, ist das kein Business, sondern Sport.
Was ich mobil nicht machen würde
Ich würde mobil am Anfang keine großen Polierorgien anbieten, außer es ist ein Sonderfall, den ich bewusst plane. Mobil ist für mich:
- Innenraum und schnelle Außenpflege
- Übergabefinish
- Standardisierung
Politur ist stationär einfach stabiler und schneller kontrollierbar.
B2B-Leistungspakete: ich würde sie anders bauen als für Privatkunden
Privatkunden wollen oft „schön“. Autohäuser wollen oft „fertig“.
Ich würde deshalb B2B-Pakete definieren, die auf Verkaufsrealität ausgelegt sind. Weniger romantisch, mehr reproduzierbar.
B2B Paket 1: Verkaufsfinish (schnell und effizient)
- Außenwäsche/Quick Clean
- Scheiben
- Innenraum saugen + Oberflächen
- Kofferraum schnell
- kleine Details, die auf Fotos auffallen
Ziel: Auto sieht frisch aus, nicht „neuwertig“.
B2B Paket 2: Verkaufsaufbereitung Standard
- gründlicher Innenraum
- Außen gründlicher, inkl. Türfalzen
- Felgen intensiver
- optional: kleine Sprühversiegelung fürs Finish
Ziel: Auto steht im Showroom und wirkt gepflegt.
B2B Paket 3: Übergabe-Detail
- Fokus auf Übergabequalität
- Innenraum richtig sauber
- Außen sauber + Finish
- Geruch/Details im Innenraum
Ziel: Kunde holt ab, Auto wirkt wie „neuer Besitz“.
Und alles darüber hinaus würde ich als Sonderleistung definieren, nicht als Standard.
Wie ich Autohäuser ansprechen würde
Ich würde nicht mit „ich bin der Beste“ starten, sondern mit einem klaren Angebot, das dem Autohaus Zeit spart.
Mein Pitch wäre:
Ich liefere euch reproduzierbare Ergebnisse nach Paketstandard.
Ich komme zu festen Zeitfenstern.
Ich dokumentiere, was gemacht wurde.
Ihr habt einen Ansprechpartner.
Und wir sparen euch interne Zeit.
Ich würde mit einem Testlauf starten:
- 5 Fahrzeuge
- klarer Paketmix
- klare Preise
- klare Zeiten
- danach Feedback und Anpassung
Wenn das klappt, kann daraus ein Rahmenvertrag werden.
Rahmenvertrag: was ich da unbedingt drin hätte
Ich würde nie „einfach so“ dauerhaft arbeiten ohne klare Regeln. Ein Rahmenvertrag muss nicht ewig lang sein, aber die kritischen Punkte müssen drin stehen.
- Leistungsumfang pro Paket (damit keiner plötzlich mehr erwartet)
- Preise netto + Zahlungsziel
- Regelung bei stark verschmutzten Fahrzeugen
- Mindestmenge oder Mindestumsatz (wenn ich Zeitfenster blocke)
- Schlüsselübergabe / Haftung / Fahrzeuge bewegen
- Reklamationsweg (z. B. innerhalb 24–48 Stunden melden)
Das schützt beide Seiten.
Das größte B2B-Thema: Zahlungsziele und Cashflow
Autohäuser zahlen oft nicht sofort. Teilweise 14, 30 oder sogar 60 Tage. Das kann dich als frische Gründung killen, wenn du nicht vorbereitet bist.
Ich würde deshalb:
- Zahlungsziele von Anfang an klar kommunizieren
- bei Neukunden eher kürzere Zahlungsziele ansetzen
- im Liquiditätsplan darauf vorbereitet sein
- nicht zu viel B2B auf einmal machen, wenn die Zahlungen hinterherlaufen
Planbarkeit ist nur dann ein Vorteil, wenn du auch dein Geld planbar bekommst.
Tourenplanung: ich würde mobil nicht „nach Gefühl“ fahren
Wenn ich mobil unterwegs bin, würde ich das wie eine kleine Produktion behandeln.
- feste Tage oder feste Zeitfenster
- Fahrtwege bündeln
- Materialverbrauch planen
- vor Ort klare Reihenfolge
Ein typischer Fehler ist: du fährst wegen einem Auto quer durchs Ruhrgebiet. Das frisst Marge.
Ich würde mobil grundsätzlich so planen:
Lieber einen Tag bei einem Partner voll machen, als drei Tage jeweils „ein bisschen“.
Wie ich Halle und Mobil im Kalender trennen würde
Ich würde mir eine simple Regel bauen:
- 3–4 Tage pro Woche Halle (Privatkunden, Premium nach Absprache)
- 1–2 Tage pro Woche mobil (Autohäuser/Fuhrpark), wenn genug Volumen da ist
- Samstag Orga
Und wenn die Halle voll ist, dann wird mobil reduziert. Mobil ist Ergänzung, nicht Selbstzerstörung.
Qualität und Kontrolle: auch mobil würde ich dokumentieren
Ich würde mobil eine kleine Checkliste nutzen:
- Scheiben
- Innenraum-Quickcheck
- Türfalze
- Fotos für Nachweis (gerade bei Autohäusern wichtig)
Nicht, weil ich paranoid bin, sondern weil in Autohäusern Fahrzeuge oft von vielen Leuten angefasst werden. Ohne Doku hast du sonst schnell Diskussionen.
Fazit: B2B kann stabil sein, wenn du Regeln hast
So würde ich mobile Fahrzeugaufbereitung für Autohäuser aufbauen:
- klare B2B-Pakete
- feste Zeitfenster statt Chaos
- Rahmenvertrag statt „mal eben schnell“
- Zahlungsziele im Griff
- Tourenplanung statt Kilometer fressen
- Mobil ergänzt Halle, nicht umgekehrt
Im nächsten Teil würde ich dann genau den Schritt machen, der darüber entscheidet, ob du langfristig entspannter wirst: Wie ich Stammkunden, Bonusprogramm und Wiederkehr so aufbaue, dass nicht jeden Monat wieder bei Null startet.
Community
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Welche Zahlungsziele sind bei euch üblich?
Was habt ihr im Rahmenvertrag unbedingt drin?