Vorbereitung ist alles – auch beim Glas
Wie bei der Lackpolitur musst du auch beim Glas erstmal gründlich vorarbeiten. Am besten nach einer normalen Wäsche. Ich empfehle wie immer die Zwei-Eimer-Methode, damit du keine neuen Kratzer reinwäschst.
Danach geht’s an die Detailreinigung:
- Teer und Harz entferne ich mit Eulex von Koch Chemie
- Eingebrannte Insektenreste löse ich gerne mit Reinigungsschaum (z. B. von Förch)
- Zum Schluss alles mit Isopropanol (50/50 mit destilliertem Wasser) entfetten
Ganz wichtig: Finger weg von aggressiven Glasreinigern mit Spiritus aus dem Haushalt. Die fressen dir auf Dauer die Gummis rund um die Scheibe an. Und dann sieht’s irgendwann aus wie bei ’nem 30 Jahre alten Fiat.
Gummi und Plastik abkleben – spart dir später viel Flucherei
Wenn du keine Lust hast, später getrocknete Politur aus jeder Gummidichtung zu kratzen, dann klebe alles ab, was weich, porös oder schwarz ist. Ich nehm dazu einfach Polierkrepp und leg zusätzlich noch ein Mikrofasertuch auf die Motorhaube. Sicher ist sicher – besonders wenn du ne Rotationsmaschine benutzt und die Politur mal einen Satz macht.
Was du zum Glas polieren brauchst
Filzpads – kein Scherz
Normale Schaumstoffpads kannst du direkt wieder einpacken. Filzpads sind Pflicht, weil Glas einfach härter ist als Lack. Die Dinger sind:
- Hart, flach und nehmen ordentlich Politur auf
- Extrem abrasiv, was du für Glas auch brauchst
- In allen Größen verfügbar – auch für Ecken und Kanten
Kleiner Tipp: Kauf direkt mehrere. Ich hab bei meinem ersten Versuch zwei Stück geschmolzen. Kein Witz.
Poliermaschine – mehr Drehzahl, mehr Wirkung
Ich empfehle dir eine Rotationsmaschine für den Hauptteil der Arbeit. Ich selbst nutze noch so einen alten Baumarkt-Klopper – der reicht vollkommen. Für kleine Bereiche (Scheibenecken, unter’m Rückspiegel) ist die Flex PXE-80 Gold wert. Teuer, ja. Aber wenn du öfter mal aufbereitest, wirst du sie lieben.
Glaspolitur – wir nehmen’s einfach
Seit Jahren nehme ich die Glaspolitur von Sonax. Kein Schnickschnack, einfach nur effektiv. Die tut, was sie soll, und das reicht mir völlig.
Los geht’s – so polierst du deine Scheibe richtig
- Politur aufs Pad – nicht zu viel, nicht zu wenig.
- Auf niedriger Stufe verteilen, dann hochschalten.
- Im Kreuzstrich arbeiten, wie beim Lack – langsam, gleichmäßig.
- Poliere so lange, bis die Politur klar wird – nicht vorher aufhören! Glas braucht Zeit.
- Zwischendurch Isopropanol nehmen, um Rückstände zu entfernen und das Ergebnis zu kontrollieren.
- Wiederholen, bis du zufrieden bist.
Achte immer auf die Temperatur vom Pad – wenn’s zu heiß wird, mach Pause oder wechsle das Pad. Du kannst Filzpads übrigens auswaschen und wiederverwenden.
Noch ein paar Tipps aus der Praxis
- Trag Gehörschutz. Echt jetzt. Glaspolitur klingt wie ein Düsenjet auf einem Ceranfeld.
- Lass dich nicht entmutigen. Manchmal dauert’s. Manchmal lange. Das ist normal.
- Kauf dir lieber ein Pad zu viel. Ist günstiger als neue Scheibe.
- Versiegeln nicht vergessen. Nach der Politur unbedingt eine Scheibenversiegelung auftragen – sonst war die Arbeit umsonst.



Fazit: Autoscheiben polieren braucht Zeit – aber lohnt sich
Wenn du Geduld, das richtige Equipment und realistische Erwartungen mitbringst, kannst du aus einer trüben, verkratzten Windschutzscheibe wieder eine klare Fläche machen, auf der sogar der Scheibenwischer wieder vernünftig funktioniert.
Erwarte keine Wunder – aber freu dich über jedes kleine Stück Klarheit, das du rausarbeitest. Und ganz ehrlich: Das Gefühl, wenn der Wischer nach dem Polieren wieder lautlos läuft… unbezahlbar.
Schon mal eine Scheibe poliert?
Wie war’s bei dir? Erfolgserlebnis oder Nervenzusammenbruch?
Welche Produkte nutzt du fürs Glas? Und hast du vielleicht den Geheimtipp für alle anderen?
Lass gerne einen Kommentar da – und wenn du Fragen hast, schreib mir einfach!