Was ist Carnauba Wachs eigentlich – und wie wird es hergestellt?
Carnaubawachs stammt von der Carnauba-Palme, die hauptsächlich in Brasilien wächst. Das Wachs wird aus den Blättern der Palme gewonnen – durch Trocknen, Bürsten, Klopfen und Schaben. Anschließend wird es gereinigt und weiterverarbeitet. Manchmal wird es noch mit Paraffin vermischt oder gebleicht.
Es gibt verschiedene Methoden zur Gewinnung, z. B. auch durch Auskochen von jungen Blättern. Klingt wild, ist aber ein ganz normaler Prozess – und am Ende bekommst du ein Wachs, das in Sachen Glanz, Wasserabweisung und Oberflächengefühl ziemlich weit vorne mitspielt.
Qualitätsstufen – nicht alles Carnauba ist gleich
Es gibt verschiedene Qualitäten von Carnaubawachs. Die wichtigste Unterscheidung:
- No. 1 White Carnauba: Das hochwertigste Wachs, stammt aus den obersten, sonnenreichsten Blättern. Sehr rein, sehr teuer – dafür aber auch top in Glanz und Standzeit.
- No. 2 Yellow Carnauba: Kommt aus den mittleren Blättern, etwas weniger rein.
- No. 3 und „Ivory“: Wird aus den unteren Blättern gewonnen. Spielt in der Autopflege praktisch keine Rolle mehr – eher für Kosmetikprodukte.
Wenn du ein Autowachs mit „100 % No. 1 White“ siehst, kannst du dir sicher sein, dass du ein hochwertiges Produkt vor dir hast – allerdings oft auch mit einem Preis, der dich kurz schlucken lässt.
Seit wann gibt’s Carnaubawachs in der Autopflege?
Schon ewig. Carnauba war quasi das erste Premium-Wachs in der Fahrzeugpflege – lange bevor synthetische Alternativen aufkamen. Der Grund ist simpel: Es funktioniert.
Wasser perlt wie auf einer frisch gewachsten Melone, der Glanz ist satt, und der Lack fühlt sich danach einfach klasse an.
Carnauba Wachs Alternativen – was gibt’s noch?
Natürlich hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Es gibt inzwischen viele synthetische Wachse oder Hybridprodukte, die auf Polymerbasis oder PTFE (Teflon) basieren. Diese haben oft eine längere Standzeit, sind pflegeleichter und robuster gegenüber Chemie – dafür fehlt manchmal der typische „Carnauba-Glanz“.
Ein bekannter Vertreter: Fusso Coat von Soft99.
Wer’s kennt, weiß: Das Zeug ist wirksam, aber die Verarbeitung… naja.
Wenn du denkst, du hast wenig aufgetragen – dann hast du schon zu viel genommen.
Das Wachs ist extrem ergiebig, aber bei falscher Anwendung entstehen schnell Schlieren.
Meine aktuellen Lieblingswachse im Vergleich
1. Kiwami King of Gloss
Ein echter Allrounder. Hybrid-Wachs mit einem kleinen Carnauba-Anteil und synthetischen Komponenten.
- Leicht zu verarbeiten
- Toller Glanz
- Standzeit okay (ca. 4 Wochen)
Ich nutze es gerne für schnelle Glanz-Booster zwischendurch.
2. SONAX Premium Class Carnauba Care
Laut Hersteller: 100 % No.1 White Carnauba – also das Beste vom Besten.
- Lässt sich überraschend gut verarbeiten
- Preislich etwas höher
- Leider keine genauen Angaben zur Menge Carnauba
Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen.
3. Fusso Coat (Soft99)
Die synthetische Keule. Gibt’s für helle und dunkle Lacke – aber ehrlich: Ich sehe keinen Unterschied.
- Schlierengefahr bei zu dickem Auftrag
- Mega Abperlverhalten
- Richtig gute Haltbarkeit
Perfekt für den Winter oder als Basis nach einer Aufbereitung.
Fazit: Welches Wachs ist das beste?
Das kommt drauf an, was du willst.
Carnauba-Wachse glänzen oft besser, sind aber nicht so langlebig.
Synthetische Wachse halten länger, wirken manchmal aber etwas „neutral“.
Mein Favorit derzeit:
Das Kiwami King of Gloss – gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, schöner Glanz, schnell gemacht.
Da ich mein Auto zur Entspannung wasche, stört es mich nicht, wenn ich häufiger nachwachsen muss. Für mich gehört das einfach dazu.
Was ist dein Lieblingswachs?
Bist du eher Team „100 % Carnauba“ oder doch eher der „Fusso ist Liebe“-Typ?
Hast du schon mal ein teures Wachs ausprobiert? Oder bleibst du bei Klassikern aus dem Zubehörregal?
Lass gerne einen Kommentar da – ich bin gespannt, was du nutzt und warum!