Keine Showroom-Schönheit – sondern echte Schrauberbasis
Wer sich eine über 20 Jahre alte Maschine holen will, braucht vor allem drei Dinge: Geduld, Werkzeug und einen gewissen Hang zum Wahnsinn. Ich hatte alle drei – und ein Ziel: Eine GSXR aus dieser Baureihe, ohne Unfall, unter 30.000 km und unter 3.000 Euro.
Bonuspunkte für:
- keine gebrochenen Verkleidungen
- frischen TÜV
- ein paar nette Extras, die man nicht gleich nachrüsten muss
Die Suche beginnt – und endet in einer kleinen Überraschung
Im Februar ging’s los: Rechner an, Plattformen durchforstet, Suchfilter gesetzt – und dann kam der Schock. Die Preise für alte Gixxer waren deutlich höher, als ich gedacht hatte. Selbst Maschinen mit über 40.000 Kilometern lagen über 2.500 Euro. Inflation hin oder her, das hat schon wehgetan.
Aber: Ich hatte keinen Zeitdruck. Also weitersuchen.
Im März wurde ich fündig: GSXR 750 K2, 21.000 km, neue Reifen, BOS-Sportauspuff, TÜV bis September. Preis: 2.500 €. Einziger Haken: Der Vorbesitzer hatte Tank und Verkleidung mit Sprühfolie „veredelt“. Damals dachte ich noch: „Wird schon vernünftig gemacht sein.“ (Spoiler: war’s nicht.)
Nach nettem Kontakt einigten wir uns auf 2.300 €. Zack – Maschine eins war gesichert.
Zufall oder Schicksal? Nummer zwei taucht auf
Als hätte das Universum meinen Schrauberdrang gespürt, kam abends noch eine Anzeige rein – 20 Minuten nach dem ersten Kauf. Eine weitere GSXR, etwas ramponierter, aber mit richtig spannendem Zubehör:
- MIVV-Sportauspuff
- Stahlflex-Bremsleitungen
- kurze Hebel
- Fußrastenanlage
- voll verstellbares Wilbers-Federbein
Kilometerstand: 31.000, TÜV bis 2024. Preis: 2.000 €. Aber: Die Maschine hatte Startprobleme bei 40 Grad und stand ewig in der Garage. Trotzdem – für die Teile allein wär der Preis fast schon okay gewesen.
Also hab ich pokermäßig 1.500 € geboten – und der Verkäufer sagte zu. Selbst wenn die Maschine komplett durch ist, hätte ich mit dem Verkauf der Einzelteile locker wieder rausgeholt, was sie gekostet hat.
Zwei Maschinen, ein Projekt – Budget leicht gesprengt
Ja, ich bin jetzt 800 € über meinem ursprünglichen Limit – aber dafür hab ich zwei Maschinen, jede mit ihren Stärken, und beide im selben Umkreis. Wenn das mal kein Zeichen war!
Abholung mit Hindernissen (und Jamie)
Jetzt musste nur noch ein Hänger und ein Zugfahrzeug her.
Den Anhänger hab ich für 25 € an der örtlichen Tanke gemietet, das Zugfahrzeug wurde freundlicherweise von Royal Mobility Hattingen gestellt (Grüße gehen raus!).
Beifahrer, Lademeister und gute Seele: Kollege Jamie – zuverlässig wie immer.
Am Sonntag ging’s Richtung Hannover. Drei Stunden später waren wir bei Maschine eins. Alles gecheckt, Kaufvertrag unterschrieben, aufgeladen. Weiter zur zweiten – nur 20 Minuten entfernt. Auch die wurde verladen, wenn auch mit etwas weniger Blick fürs Detail (worauf ich später noch zu sprechen komme).
Um 1 Uhr nachts standen dann beide Gixxer in der Garage. Abgekämpft, aber glücklich. Und das Projekt „Wiederbelebung“ konnte starten.
Wie geht’s weiter?
In den nächsten Beiträgen zeige ich dir, wie ich die Maschinen aufbereite, was alles gemacht werden muss und welche Pflegematerialien wirklich sinnvoll sind – gerade wenn man eine alte Lady wie die K2 wieder auf Vordermann bringen will.
Es wird um Themen gehen wie:
- Motorrad gebraucht kaufen – worauf du achten solltest
- Motorrad aufbereiten Schritt für Schritt
- Welche Pflegeprodukte ich nutze (und welche rausgeflogen sind)
- Wie ich die Technik wieder fit mache – mit kleinem Budget
Was meinst du?
Hättest du bei dem zweiten Bike auch zugeschlagen? Oder hättest du’s gelassen?
Kennst du das Gefühl, wenn du dein erstes Motorrad wiederhaben willst?
Lass mir gerne einen Kommentar da – ich bin gespannt auf deine Meinung!musst, wenn du ein Motorrad gebraucht kaufen willst.
Die ersten Bilder der Maschinen

